26. Januar 2013

mbfwb / interview with GLAW

Am Donnerstag hatten wir die Möglichkeit das Designerduo GLAW zum Interview zu treffen. Das sind zwei sehr sympatische Persönlichkeiten, Jesko Wilke und Maria Poweleit, die sich während ihres Studiums an der ESMOD Berlin kennen lernten. 2011 gründeten sie ihr High-End Label "GLAW".


Ihr beide habt euch ja während eures Studiums kennengelernt. War es Liebe auf den ersten Blick oder eine Freundschaft mit Hindernissen?



J: Hindernisse gab es eigentlich keine, es ging schon von Anfang an langsam voran und dann ab dem 2. Jahr an der ESMOD ging es Schlag auf Schlag. Ab da waren wir unzertrennlich.



Habt ihr euch von Beginn zusammen getan oder wolltet ihr erst einmal einzeln für euch herausfinden, in welche Richtung ihr euch entwickeln wollt?



J: Erstmal jeder einzeln für sich, aber wir haben viel zu Hause zusammen gearbeitet, um uns auch wegen der langen Nachtschichten gegenseitig wach zu halten.



M: Im Endeffekt hatten wir sowieso den selben Stil. Unsere Arbeiten haben sich immer ein wenig geähnelt.

J: Das Thema war schon im Prinzip von Anfang an Leder.

Ihr seid ja noch ziemlich jung, dafür habt ihr es aber geschafft, euch in der Modewelt einen Namen zu machen. War das ein harter Weg, sich so erfolgreich als Jungdesigner zu etablieren?

J: Ich glaube es war Glück. Es ging alles so plötzlich, wir hatten gar nicht damit gerechnet. Wir hatten ganz anders geplant, dass es relativ lange dauern wird, wir haben bestimmt mit 5 Jahren gerechnet. Wir sind selber überwältigt gewesen.

Wie habt ihr das geschafft? Gab es da bestimmte Stationen, die unerlässlich waren und euch weiter gebracht haben?

M: Ich glaube wir waren immer zur richtigen Zeit am richtigen Ort.

J: Ich denke der Vorteil war, dass wir mit unserer ersten Kollektion direkt auf der Fashion Week Berlin anfangen konnten. Wir waren da im Showroom, was zum Vorteil hatte, dass es gleich alle Leute mitbekommen, gesehen und darüber geredet haben. Ich glaube, hätte man es nicht gemacht und kleiner angefangen, wäre es nicht so eingeschlagen. Dadurch das wir gleich die Messen, wie die CPD, angesteuert haben, auf der wir auch eine Show gemacht haben, hatten wir das Glück viel Presse zu bekommen.
Welche Bedeutung hat euer Name „GLAW“?

J: „GLAW“ ist ein altwalisischer Nachname, der „Regen“ bedeutet. Dadurch, dass wir sehr viel Batik und Batikleder verwenden und einsetzen, passt das ganz gut.

Was zeichnet eurer Meinung nach, gute Mode aus?

J: Derjenige der es an hat, muss sich wohl fühlen.

M: Natürlich auch Qualität, aber das ist auch Geschmackssache. Nicht jeder hat Anspruch an Qualität, sondern legt das Augenmerk auf die Optik. Deswegen würde ich meinen, dass eine Verallgemeinerung schwierig ist.

Fünf Lieblingsteile in eurem Kleiderschrank?

J: Meine Bikerjacken natürlich! Deswegen machen wir auch immer so viele! Ich habe auch welche, die ich schon seit 6/7 Jahren besitze.

M: Ich glaube ich hab so was nicht. Ich habe Jesko vorhin ein Foto gezeigt von der ersten Bikerjacke meines Bruders, die genauso geschnitten ist. Die müsste jetzt 20 Jahre alt sein und die hängt bei mir noch im Schrank! Zwar hatte ich sie noch nie an, aber sie hängt im Schrank! Ich habe viele alte Teile, aber ich trage sie nicht.  Ich habe eher so Phasen, ich trage Sachen phasenweise, danach kommen sie in Schrank und es folgt die nächste Phase.
Wo kauft ihr gerne ein?

J: Überall! Ich bin shoppingsüchtig!

M: Ich kaufe am meisten im Internet ein. Bei ganz vielen kleinen Internetshops , auch im Ausland, weil ich weiß, dass ich da Sachen bekomme, die sonst keiner hat. Mich nervt es, wenn ich mir etwas kaufe, von dem ich weiß, dass jeder Zweite das auch anhaben wird. Deswegen suche ich ständig nach Minishops, damit ich mir sicher sein kann, dass kein anderer diese Teile hat!

J: Ich kaufe überall! Überall! Überall, wo ich etwas Schönes sehe! Dann will ich es sofort haben!

Das heißt, wenn du etwas Schönes bei größeren Ketten wie z.B. Primark siehst, kaufst du es auch?

J:  Ja, habe ich auch schon gemacht! Ich bin offen für alles! Es gibt aber auch teure Teile, die man wiederum für einige Jahrhunderte besitzt. Ich kann mich auch ganz schwer von Sachen trennen, selbst von T-Shirts! Mein Herz hängt an jedem Kleidungsstück, was ich besitze!

Könnt ihr euch denn an euren ersten modischen Moment erinnern, der euch beeinflusst hat?

M: Ja!  Der ist ganz peinlich, der Moment! Ich hatte früher als ich klein war, mit 5 denke ich, eine Hörspielkassette von Barbie. Sie war da gerade bei einer Modenschau und da hörte ich das erste Mal die ganzen großen Namen, wie Dior oder Chanel. Ich fand es ganz toll, dass die so schön klangen! Ab da wollte ich Mode machen!

J: Ich hab mich schon immer irgendwie mit Mode befasst. Meine Mutter hatte mich auch schon immer geprägt, auf Grund ihrer großen Anzahl an Kleidern. Ihre Freundin, die war auch Modedesignerin war, hatte mich dann immer auf die Modeschauen mitgenommen, was ich sehr spannend fand. Alleine nur das Zuschauen. Da war ich auch noch ganz klein, vier oder sechs Jahre alt.


Eine Inspirationsquelle von euch ist Casper David Friedrich? Wieso?



J: Wir hatten ein Gemälde von ihm gesehen, das uns zu unserem Batikleder gebracht hat.



M: Der Wanderer über dem Nebelmeer. Das Grau und die Wolken führten uns zum Batik. Es war auch wieder Zufall, wie jede Inspiration.



J: Unsere jetztige Kollektion wurde durch ein Bild auf dem ein Käfer abgebildet war, inspiriert.  Ein schillerndes Grün, Blau.



Was habt ihr euch für Ziele gesteckt?


M: Auf jeden Fall sich international zu etablieren. Ein Traum wäre es Shops in New York oder London zu besitzen. Aber die eigentlichen Ziele, die wir momentan verfolgen, ist die nächste Kollektion. Wir versuchen unsere Ziele erst einmal etappenweise zu setzten und dann zuschauen, was als nächstes kommt. Das nächste wird die Kollektion und evtl.  eine Show im Sommer sein.

J: Vielleicht auch schon mit einpaar Männeroutfits im Sommer.
Wir sind total begeistert und hätten am liebsten Kleider und Jacken gleich mitgenommen.
Danke für das tolle Intwerview! Wir warte mit großer Spannung auf den Sommer!

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